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Depressionen, Angst, Phobien, Panikattacken |
Gedankengänge im Supermarkt |
Heute will ich mal im Supermarkt einkaufen
Ich brauche unbedingt wieder Nahrungsmittel.
Sonst habe ich immer in Begleitung eingekauft. Das war wesentlich einfacher.
Jetzt will ich es allein versuchen.
Da gibt es einen Laden, der ist oft leer.
Schnell rein und schnell wieder raus.
So gross ist der auch nicht, sodass ich wenn etwas sein sollte ihn schnell wieder
verlassen könnte. Wenig Kurven, und auch halbwegs übersichtlich,
Wenn nur dieses Drehkreuz am Eingang nicht wäre.
Und an der Kasse ist es so eng wenn ein Kunde mit einem Einkaufswagen dort steht, dass man
dort überhaupt nicht vorbei kommt. Wie eingesperrt.
Wie würde das aussehen, wenn ich mitten im Markt Panik bekomme?
Soll ich an der anderen gesperrten Kasse über die Schranke springen?
Was würden die anderen Leute denken?
Was ist, wenn ich gerade bezahlen will und die Angst mich fast zu Tode lähmt und ich auch
noch alles verschwommen sehe?
Egal, ich muss jetzt da rein.
Von weitem sehe ich schon, an der Kasse sitzt keine Schönheit die mir Herzklopfen
bereiten könnte.
Einen Einkaufswagen zu nehmen traue ich mir aber trotzdem noch nicht zu.
Ich komme an.
Ohh, an der Kasse stehen ja doch ein Menge Leute. Verdammt was mache ich denn jetzt.
Mein Gott, der Laden ist ja voller als ich dachte, und die meisten haben auch noch einen
Einkaufswagen und packen lustig ihre Ware dort ein.
Vielleicht schaue ich mich erst einmal um, bis es leerer wird.
Ach, das bringt ja auch nichts, denn ich weis ja was ich will. Einfach nur ein paar
Scheiben Brot, eine Tüte Milch, und eine Dose Fertiggericht.
In Ruhe dort rumschlendern und sehen was ich sonst noch so brauche, Fehlanzeige.
Also einen Karton genommen und die paar Sachen dort reingelegt.
Au man, an der Kasse stehen ja mindestens 5 Leute, und 2 haben auch noch einen halbvollen
Einkaufswagen. So dauert das ja noch länger.
Was mache ich jetzt blos?
Stelle ich die Sachen einfach wieder zurück, oder den Karton irgendwo hin?
Noch stehe ich nicht an, noch habe ich die Möglichkeit den Laden einfach so zu verlassen.
Sieht vielleicht ein bisschen blöd aus, wäre aber auch nicht schlimm. Allerdings hätte
ich dann meine Nahrungsmittel auch nicht.
Egal, ich stelle mich einfach an.
Jjetzt stehen auch schon 2 Kunden hinter mir, und 3 sind jetzt vor mir.
Mir wird schon langsam ganz komisch und schwindelig.
Jetzt wird es langsam ernst. Ich könnte immer noch den Karton einfach wegstellen, aber
wie würde das aussehen, oder ich sage einfach ich hätte mein Geld vergessen.
Oder soll ich den Karton hier einfach irgendwo hinstellen und ganz schnell raus flüchten
und weglaufen?
Aber nachher denken die anderen ich hätte was geklaut.
Jetzt gibt es kein Zurück mehr. Mein Gott, ich stehe hier jetzt ganz allein und anonym
obwohl so viele Leute um mich stehen. Hoffentlich passiert blos nichts.
Mein ganzer Körper ist schon ganz verkrampft, mein Nacken ganz angespannt.
Jetzt sind nur noch 2 Kunden vor mir, nur mit Kleinteilen in der Hand. Naja, dass geht
dann etwas schneller.
Hoffentlich stehe ich das durch...
Was, wenn mir genau an der Kasse schlecht wird oder ich Ohnmächtig werde.
So ein Mist, der ganze schöne Tag wäre dann doch hin.
Ein Kunde nur noch vor mir. Na ja, der hat ein Handy in der Hosentasche. Wenn etwas
passiert, könnte man wenigstens schnell den Arzt rufen.
Ich schaue mich lieber gar nicht erst um, um zu sehen wie viele Leute hinter mir stehen.
Mir ist schon ganz anders... Der Kunde vor mir lächelt mich an. Ich versuche zurück zu
lächeln. Geht aber nicht. Mein Nacken ist so verkrampft, und mein Gesichtsausdruck
scheint vor Angst versteinert zu sein.
So, jetzt bin ich dran... Ich stelle meinen Karton auf das Band.
Ein Glück, kein Herzrasen, nur eine Art taubes Ohnmachts- Schwächegefühl und einen
trockenen Hals.
Ich hole einen 20,- DM Schein aus dem Portemonnaie, bezahle, bekomme das Rückgeld.
Ich zähle aber gar nicht nach, denn ich bin nur froh es doch überstanden zu haben.
Nun gehe ich zum Fahrrad und packe die Sachen in den Korb.
Toll, ich habe ja alles erreicht was ich wollte.
Nein doch nicht toll, dass war sehr anstrengend. Ich fühle mich noch ganz benommen.
Von diesen blöden Gedanken muss ich mich erstmal erholen. Irgendwie ist der Tag, oder
zumindest die nächsten Stunden sind doch hin. So ein Mist auch.
Autor bekannt.
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